google – wave

Ende Mai hat google in San Francisco im Rahmen der Developers Conference eine neue Kooperations- und Kommunikationsplattform fuer Ende 2009 angekuendigt. Wave, so der Name der rein webbasierten Technologie, hat das Potential eine ebensolche zu sein.

Hinsichtlich der Wertschoepfung ist google bisher vor allem auf der Stufe der Content Aggregation tätig. Neben dem offensichtlichen Kerngeschaeft der Suchfunktionen oder bei der Bündelung von Schlagzeilen bei google News, aber auch in den Communities Orkut und Youtube werden Nutzerinhalte gesammelt und automatisiert aufbereitet.

Screenshot eines Waves (Quelle: google)
Screenshot eines Waves (Quelle: google)

Die Sammlung und Bereitstellung riesiger Datenmengen, sei es fuer geocodierte Anwendungen auf Basis von google Maps oder das Scannen ganzer Bibliotheken fuer google books machte jedoch nicht nur positive Schlagzeilen. Der Erfolg von Maps ist jedoch unuebertroffen.

Mit dem Browser Chrome und dem Handy-Betriebssystem Android ist google in letzter Zeit außerdem auf der Stufe Navigation und Oberfläche aktiv geworden.

Mit google wave geht das bislang ueberwiegend verschlossene Unternehmen neue Wege. Die 4 000 geladenen Gaeste der Developer Conferenz sind die ersten Nutzer der als Open Source Applikation ausgelegten neuen Kommunikationsplattform.

Wave ist eine Server-Software, die Funktionen gleich einer Reihe anderer Kommunikations- und Kollaborationsdienste vereint. Benutzer greifen darauf über ein Web-Interface zu. Sie führen darin zum Beispiel Konversationen, die asynchron wie E-Mail oder synchron wie Chats verlaufen. Das Kommunizieren kann dabei fließend in gemeinsames Editieren eines Dokuments übergehen, wobei die Software den Teilnehmern fast in Echtzeit die Änderungen der anderen Teilnehmer anzeigt. Solche Kommunikationen/Dokumente behandelt Google als zusammengehörende Objekte, die es Waves nennt. Die Software präsentiert den Benutzern den aktuellen Stand eines Waves, kann aber auch jeden Barbeitungsschritt wiedergeben – einzeln oder mit einer Art Replay-Funktion. (Quelle: Heise Online vom 28.05.09 )

Eine kontextsensitive Rechtschreibkontrolle erscheint vor dem Hintergrund der massiven Integration unterschiedlicher, teilweise nicht ganz neuer Kooperationsprodukte des Suchmaschinen Marktfuehrers, dabei schon fast wie ein nettes Add-On. Schliesslich handelt es sich bei einer Korrektur im Grunde um nicht mehr als ein gutes Sucherergebnis.

Offen laesst google derzeit noch die Basis, um die Technologie einsetzen zu koennen. Ausserdem wird sich man sich die Frage stellen muessen, ob man eine scheinbar allumfassende, dabei aber rein webbasierten Technologie zur Kooperation- und Kommunikation setzen moechte.

Microsoft duerfte jedenfalls bisheriges Terrain bedroht sehen, bietet wave doch die gaengigen Office Anwendungen frei Haus. Andereseits fischt der Riese aus Redmond mit der Neuvorstellung des eigenen Searchengine bing in googles Kerngeschaeft.

>> http://wave.google.com/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.