wahlkampf online – fuer die freiheit?

Waehrend sich einige Politiker noch mit dem Versuch herumschlagen, das Internet, wenn auch aus durchaus gutem Grund, staerker als bisher zu reglementieren, fuehren „Die Piraten“ einen online Wahlkampf in entgegengesetzter Richtung. Die Piratenpartei, ein Ableger einer zunaechst in Schweden entfachten Online Initiative, hat sich dem freien Zugang zu jedweder Information verschrieben.

Das Recht des Einzelnen, die Nutzung seiner persönlichen Daten zu kontrollieren…,“ steht dabei ebenso auf der Agenda, wie „der uralte Traum, alles Wissen und alle Kultur der Menschheit zusammenzutragen, zu speichern und heute und in der Zukunft verfügbar zu machen…„. Entwicklungen wie Open Access sollen dabei gestaerkt, dem gegenueber das Patentrecht jedoch eingeschraenkt werden.

Der deutsche Ableger reitet auf dieser Welle mit und entwickelt dabei erstaunlich viel Engagement. Seine Mitglieder verstehen es, ihr „eigenes“ Medium, das Internet, in der vollen Bandbreite an Möglichkeiten zu nutzen. Während zahlreiche „Twitter“-Aktivitäten von Abgeordneten nach weniger als drei Versuchen wieder einschlafen, entfachen die Piraten einen sehr dezentralen Wahlkampf, der nicht nur die aktuell beliebten Plattformen wie Twitter oder Facebook nutzt. Auch die bereits erprobten Wege über Blogs und Wikis werden erfolgreich zu einer großen Kampagne kombiniert. Jeder Kanal wird dabei mit der richtigen Dosis aus Botschaft und Leidenschaft bespielt. (Quelle: Die Welt „Wie Wahlkampf gut funktionieren kann“ vom 04. Juni 2009)

Eine von der Domainhandelsbörse Sedo im Mai vorgestellte Analyse hat untersucht, welche Parteien im Superwahljahr die Nase vorn haben. Den Parteien ‚Die Republikaner‘ (REP) und ‚Deutsche Volksunion‘ (DVU) bescheinigten die Analysten eine „gute Auffindbarkeit“ im Web. Dagegen gab es bei den Volksparteien laut Sedo durchaus noch Web-2.0-Bedarf.

Während jede der 30 antretenden Parteien unter mindestens einer Domain im Internet vertreten war – wenn auch die verwendeten Domains nicht immer optimal gewesen sind –, sah es im Studien-Zeitraum mit der Nutzung des Web 2.0 noch ganz anders aus: Elf Splitterparteien nutzten die modernen Möglichkeiten laut Sedo gar nicht. Die sechs großen Parteien (CDU, CSU, SPD, FDP, Linke, Bündnis 90 / DieGrünen) hätten immerhin bereits StudiVZ für sich entdeckt. Außer der CSU hatte Sedo auch alle Parteien auf dem Video-Webdienstleister Youtube gefunden, CSU und FDP hätten zudem RSS-Feeds angeboten.
Am besten aufgestellt sind die Piratenpartei Deutschland sowie die Partei für Soziale Gleichheit (PSG). So gehören zum Portfolio der Letztgenannten neben Youtube und StudiVZ auch Twitter, MySpace, Facebook, Lokalisten und Flickr. Die Piratenpartei wiederum nutzt ein Partei-Blog und persönliche Blogs, Twitter, RSS-Feeds und Wikis. Überdies hat die Piratenpartei sogar eine eigene Kampagnendomain: http://www.klarmachen-zum-aendern.de .
Von allen am meisten genutzt wird Youtube – nämlich von 17 der antretenden Parteien. Mit deutlichem Abstand folgen StudiZV und RSS-Feeds (jeweils sieben), vier Parteien twittern.
(Sedo: „Europawahl-Studie 2009: Piratenpartei ist am besten aufgestellt – zumindest im Internet“ vom 25. Mai 2009)

>> Detaillierte Informationen: http://www.sedo.de/presse/EUWahl2009.pdf

Eine Antwort auf „wahlkampf online – fuer die freiheit?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.