wo steht das netz?

Facebook durchbricht die 400 Millionen Nutzer Schwelle, über Twitter werden mehr als 50 Millionen tweets pro Tag veröffentlicht und über YouTube sehen Zuschauer 1 Milliarde videos pro Tag. Beeindruckende Zahlen, Jesse Thomas setzt diese in seinem Must-Seen-Video zum „State of the Internet“ in Beziehung zu einander.

Einige Zahlen:

  • 1.73 Milliarden Internet Nutzer weltweit im September 2009.
  • 1.4 Milliarden e-mail Nutzer weltweit, die an einem durchschnittlichen Tag 247 Milliarden e-mails erhalten, wobei es sich leider bei 200 Milliarden um Spam handelt
  • Im Dezember 2009 gab es 234 Millionen websites
  • Facebook erreicht 260 Milliarden pageviews pro Monat, was sechs Millionen pageviews pro minute oder 37,4 Trillionen pageviews pro Jahr bedeutet.

„wo steht das netz?“ weiterlesen

michael jackson verstorben

Screenshot: Sony veroeffentlicht auf der Seite MichaelJackson.com einen Nachruf (26.06.09)
Screenshot: Sony veroeffentlicht auf der Seite MichaelJackson.com einen Nachruf (26.06.09)

In der vergangene Nacht verstarb der „King of Pop“ Michael Jackson nach ersten Angaben von CNN an einem Herzinfarkt. Mit ueber 750 Millionen verkauften Alben war der teilweise durch bizarre Medienauftritte auffallende 50jaehrige Musiker die unangefochtene Nummer Eins.

Da mediale Echo ist gewaltig. Fast alle grossen Tageszeitungen weltweit machen mit der Nachricht auf. Radiosender spielen Jackson-Hits. Die Anzahl der Twitter Eintraege sei so hoch wie zuletzt bei der Wahl von Barack Obama. Der Tod des Moonwalkers legt das Internet in den USA teilweise lahm. Beim deutschen Nachrichten-Aggregationschannel dnnd.de sind auch international kaum Schlagzeilen ohne Zusammenhang mit dem Thema zu finden.

Weltbekannte Groessen des Showgeschaefts zeigen sich schockiert und traurig. „We have lost a genius and a true ambassador of not only Pop music but of all music,“ Justin Timberlake, oder Usher, der Jackson in einem langen Statement als Wegbereiter fuer Oprah Winfrey und eben auch Barack Obama sieht. Dagegen mach C-Stars teilweise durch erschreckende Twitter-Schlachten auf sich Aufmerksamkeit.

„michael jackson verstorben“ weiterlesen

wahlkampf online – fuer die freiheit?

Waehrend sich einige Politiker noch mit dem Versuch herumschlagen, das Internet, wenn auch aus durchaus gutem Grund, staerker als bisher zu reglementieren, fuehren „Die Piraten“ einen online Wahlkampf in entgegengesetzter Richtung. Die Piratenpartei, ein Ableger einer zunaechst in Schweden entfachten Online Initiative, hat sich dem freien Zugang zu jedweder Information verschrieben.

Das Recht des Einzelnen, die Nutzung seiner persönlichen Daten zu kontrollieren…,“ steht dabei ebenso auf der Agenda, wie „der uralte Traum, alles Wissen und alle Kultur der Menschheit zusammenzutragen, zu speichern und heute und in der Zukunft verfügbar zu machen…„. Entwicklungen wie Open Access sollen dabei gestaerkt, dem gegenueber das Patentrecht jedoch eingeschraenkt werden.

„wahlkampf online – fuer die freiheit?“ weiterlesen

ich sehe tote medien

Ich sehe tote Menschen… Sie sehen nur was sie sehen wollen. Sie wissen nicht, dass Sie tot sind.

In Anlehnung an das bekannte Filmzitat aus dem Film The Six Sence macht sich ein twitter über die Zeitungen lustig, die noch nicht verstanden haben, wie ihr Schicksal sein könnte. „Zeitungen sind tot, hast du es nicht gelesen?“, so oder ähnlich beschreibt die sarkastische Seite www.journalism-is-dead.com/ den Untergang des Journalismus überhaupt.
Das Aus von Vanity Fair des Condé Nast Verlages und dem bereits im November eingestellten Gruner+Jahr Konkurrenzprodukt Park Avenue, oder die Burda-Blätter Tomorrow und Young, scheinen dabei nur erste Zeichen zu sein. Noch einige könnten auf dem deutschen Medienfriedhof retromedia.de landen.

Ein teures Experiment, das wir nunmal sind und waren, ist unter diesen Rahmenbedingungen nicht durchzuhalten. Die Crew der Redaktion aber geht erhobenen Hauptes von Bord: Wir haben etwas bewegt. Wir haben gewagt, wovor andere zurückgescheut sind. Und wir haben es gut gemacht. Das ist keine überzogene Selbstbeweihräucherung zur Beerdigung, sondern das, was wir von Euch Usern, von Kollegen und Kritikern gehört haben. Das mutige Konzept, Euch Leser viel direkter mit einzubeziehen, hat funktioniert. Leider fehlte uns die Zeit, um die nötige wirtschaftliche Stabilität zu erreichen. Quelle: zoomer.de – Stand: 09.02.09

Bereits Anfang des Monats hat sich das Online-Nachrichten-Portal zoomer.de von den Lesern mit dem ausführlichen Statement des Chefredakteurs Frank Syre verabschiedet. Ambitioniert, von User bestimmte Schwerpunkte, der Verzicht auf Ressorts. Spannende Konzepte, die es scheinbar nicht vermochten wirtschaftlich zu überzeugen.
Dagegen will sich Marktführer Spiegel Online neu erfinden und das Angebot noch weiter ausbauen. Die Hamburger mit frischem Führungsduo setzten dabei auf Bewegtbild, sowie auf Facebook und Twitter.

zuckerberg rudert zurück – aber nicht ganz

Hintergrund:

Bis zum 4. Februar stand in den Nutzungsbedingungen, dass das Unternehmen keine Rechte an Inhalten eines Users hat, der seinen Account löscht. Plötzlich hieß es anstelle dessen, dass jeder User Facebook „eine unbefristete Lizenz“ auf alle je auf Facebook veröffentlichten Informationen übertrage. Auf erste Proteste hin schrieb Facebook-Chef Mark Zuckerberg in seinem Blog, so sei das nun mal, was einmal draußen sei im riesigen Netz, das bleibe auch im Netz; gleichzeitig bat er pauschal darum, ihm einfach zu vertrauen, er werde die Daten schon nicht missbrauchen. Quelle: Süddeutsche vom 19.02.09

Logo der Gruppe gegen die Änderung der Nutzungsbedingungen
Logo der Gruppe gegen die Änderung der Nutzungsbedingungen

Der massive Druck, entstanden bei den Kunden von Facebook selbst, aber auch in unterschiedlichsten Medien hat den 24jährigen Chef des Unternehmens zu der Änderung der Geschäftsbedingungen bewogen. Zwar scheint die Nutzun gder Daten auch weiterhin während der Nutzung von Facebook für das Unternehmen erhalten zu bleiben; die Aufruhr erzeugenden endlos Nutzung sei jedoch vom Tisch, so Zuckerberg in seinem Blog. Er bat darüber hinaus, die Nutzer sich an der Weiterentwicklung der Nutzungsbedingungen zu beteiligen.

Die Dynamik mit der Nutzer auf Änderungen der Geschäftsbedingungen reagieren, zeigt welche Transparenz durch ein Medien wie Facebook – auch gegen sich selbst – entstehen kann. Wenn denn eine kritische Masse von Nutzern der Bewegung folgt. Aber gerade das erscheint als neue Mediendemogratie. Vor allem wenn klassische Medien sich einer solchen Bewegung anschließen.